Sarah Kirsch Malerei

 TEXT

-Die Schönheit stirbt mit dem Morgengrauen

Erwacht beim ersten Sternenschein

-immer wieder-

mit der Unendlichkeit

{sei nicht traurig}

man lacht im Himmel-

 

 

Ich verstehe meine Arbeiten als Geschichten, manchmal auch malerische Satire oder Komik. Die Arbeiten entstehen, wenn ich Erinnerungsfragmente, Imagination und verschiedene Zeitkontexte zusammenbringe. Beim Arbeiten trage ich die Vorstellung in mir, dass ich die Zeit auf dem Bildträger festhalten kann, indem ich eine andauernde Ambivalenz von Starre (das Medium bewegt sich nicht) und Bewegung (Malweise) kreiere. Dabei öffne ich ein Zeitfenster um dieselbe Geschichte in immer neuen Zusammenhang zu erzählen.

 

Die Vorstellung von Zeit, wie sie nicht fassbar, begrenzt erlebbar und so unterschiedlich wahrgenommen wird, interessiert mich. Wie Erlebnisse scheinbar wiederkehren, die Vergangenheit die Zukunft bedingt und so alles und jeder miteinander verbunden ist, ist für mich sowohl Trost als auch Rätsel, welches ich mittels malerischer Manipulation versuche zu lösen. Wohlwissend, dass ich es nicht kann- dennoch stelle ich mir vor, ich könnte es. Ich stelle mir vor, durch Erinnerung und das Zudichten von Geschichten könnte ich vor und zurückspringen und Dinge so und wann sehen wie ich möchte.